Cover

Die Erde aus dem Traum

Herausgegeben und übersetzt von Kito Lorenc; Reihe Die sorbische Bibliothek
Jurij Chěžka (1917-1944) war wahrscheinlich der ambitionierteste und fortschrittlichste sorbische Lyriker seiner Zeit. Seine Werke gelten heute als der erste Höhepunkt moderner sorbischer Poesie. Der Herausgeber Kito Lorenc dichtete Chěžkas ausschließlich sorbische Gedichte nach und veröffentlichte sie zusammen mit einem einführenden Essay zum Leben und Werk des »Frühunvollendeten«, der bereits 1937 seinen ersten Gedichtband veröffentlichte, 1944 in Jugoslawien tragisch ums Leben kam.

Beschreibung

Chěžkas Gedichte sind von Bilderreichtum und Rhythmik geprägt, er legt manch ungewohnte Sichtweise an den Tag. Dennoch mag der Leser einige Texte »als unaufdringlich aktuell empfinden«.
Dem Buch sind drei Meinungen zur einer zweisprachigen Ausgabe von Kito Lorenc von 1971 beigefügt.

Leseprobe

Erinnerungen

Erinnerungen früherer Zeiten,
was macht ihr mir so trüben Sinn,
ist doch der Augenblick, der eine
des Glückes, ewig mir dahin.

In eurem reinen Licht gefangen
will ich mich wiegen sorgenlos,
die alte Wonne in den Adern,
geborgen sein in eurem Schloß.

Doch dies hat nur noch kurze Dauer:
erloschner Schein, von dem ihr bliebt.
Ach, niemals würde ich entbehren,
was nie mein eigen, nie ich liebt´.

Wie ich mich heute nach euch sehne,
so künftig ihr mir folgen sollt;
wohl wird es nimmermehr hier wieder
so schön wie einst – doch seid mir hold!


Zusatzinformation

ISBN 978-3-7420-1919-6
Sprache des Artikels Deutsch
Bibliografische Angaben 2002
107 S., Hardcover mit Schutzumschlag
Thema Die sorbische Bibliothek

Verfügbarkeit: Auf Lager

Lieferzeit (Arbeitstage): 2-3

6,90 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Beschreibung

Chěžkas Gedichte sind von Bilderreichtum und Rhythmik geprägt, er legt manch ungewohnte Sichtweise an den Tag. Dennoch mag der Leser einige Texte »als unaufdringlich aktuell empfinden«.
Dem Buch sind drei Meinungen zur einer zweisprachigen Ausgabe von Kito Lorenc von 1971 beigefügt.

Leseprobe

Erinnerungen

Erinnerungen früherer Zeiten,
was macht ihr mir so trüben Sinn,
ist doch der Augenblick, der eine
des Glückes, ewig mir dahin.

In eurem reinen Licht gefangen
will ich mich wiegen sorgenlos,
die alte Wonne in den Adern,
geborgen sein in eurem Schloß.

Doch dies hat nur noch kurze Dauer:
erloschner Schein, von dem ihr bliebt.
Ach, niemals würde ich entbehren,
was nie mein eigen, nie ich liebt´.

Wie ich mich heute nach euch sehne,
so künftig ihr mir folgen sollt;
wohl wird es nimmermehr hier wieder
so schön wie einst – doch seid mir hold!


Zusatzinformation

ISBN 978-3-7420-1919-6
Sprache des Artikels Deutsch
Bibliografische Angaben 2002
107 S., Hardcover mit Schutzumschlag
Thema Die sorbische Bibliothek