Cover

Anja Pohontsch, Mirko Pohontsch, Rafael Ledschbor, Guido Erbrich

Wo der Wendenkönig seine Schätze versteckt hat

Unterwegs in der sorbischen Niederlausitz
Eingebettet in eine malerische Landschaft zwischen Spreewaldfließen und Heide leben die Wenden, deren wechselvolle Geschichte, sprachliche Besonderheiten, Bräuche und Lebensgewohnheiten in diesem Büchlein näher vorgestellt werden. So kann man eine Kahnfahrt im Spreewald genießen, die Schönheiten von Cottbus erleben, in der Slawenburg Raddusch vorbeischauen und von den weithin bekannten Spreewaldgurken kosten.

wopisanje

Eingebettet in eine malerische Landschaft zwischen Spreewaldfließen und Heide leben die Wenden, deren wechselvolle Geschichte, sprachliche Besonderheiten, Bräuche und Lebensgewohnheiten in diesem Büchlein näher vorgestellt werden. So kann man eine Kahnfahrt im Spreewald genießen, die Schönheiten von Cottbus erleben, in der Slawenburg Raddusch vorbeischauen und von den weithin bekannten Spreewaldgurken kosten.

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Leseprobe:

Deutscher und wendischer Quark

Wer gut zuhört, wird im Wendischen einige Wörter bemerken, die ihm bekannt vorkommen, zum Beispiel cajtunga (gesprochen zeitunga), lazowaś (gesprochen laasowasch, lesen‘), bonhof (gesprochen bonnhoff,Bahnhof‘). Klar, diese und andere haben sich die Sorben aus dem Deutschen „geliehen“. Aber andersherum ging es auch. Nur ahnt der Sprecher es meist nicht. Quark, Peitsche, Plinsen und Gurke stammen aus dem Westslawischen. In vielen deutschen Mundarten finden sich noch mehr sorbische Spuren. An einem heißen Sommertag möchte man gern kuppein gehen (kupaś ,baden‘). In manchen Jahren wachsen die Kuraschken oder Kuhrätel besonders gut (kurjaško beziehungsweise kurjetko ,Pfifferling‘). Und wer hat sich bei einer Fete wohl noch nie die Plautze so richtig voll geschlagen (płuca ,die Lunge‘, im Deutschen geht’s dagegen in den ,Bauch‘) oder festgestellt, dass es irgendwo stinkt wie Huppatz (hupac ,Wiedehopf‘)? Ganz abgesehen von den tollen Ausdrücken, die Erwin Strittmatters (1912–1994) Roman „Der Laden“ bietet. Er schreibt zum Beispiel, dass jemand drimmait (drěmaś ,schlummern‘) oder wie die Antenne im Wind hympait (hympaś ,schaukeln‘). Schließlich sprach des Dichters Anderthalbmeter - Großmutter Ponaschemu, die „Unter-uns-Sprache“, wie sie Strittmatter augenzwinkernd benannt hat.

Zusatzinformation

ISBN 978-3-7420-1985-1
rěc artikela nimski
bibliografiske daty 2011
108 S., Farbfotografien, Broschur m. Klappen
tema Ɫužyca

artikel: na skłaźe

librowański cas (źěłabne dny): 2-3

2,00 €
inkl. 7% wobr. dank, k tomu librowańske kosty

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Eingebettet in eine malerische Landschaft zwischen Spreewaldfließen und Heide leben die Wenden, deren wechselvolle Geschichte, sprachliche Besonderheiten, Bräuche und Lebensgewohnheiten in diesem Büchlein näher vorgestellt werden. So kann man eine Kahnfahrt im Spreewald genießen, die Schönheiten von Cottbus erleben, in der Slawenburg Raddusch vorbeischauen und von den weithin bekannten Spreewaldgurken kosten.

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Leseprobe:

Deutscher und wendischer Quark

Wer gut zuhört, wird im Wendischen einige Wörter bemerken, die ihm bekannt vorkommen, zum Beispiel cajtunga (gesprochen zeitunga), lazowaś (gesprochen laasowasch, lesen‘), bonhof (gesprochen bonnhoff,Bahnhof‘). Klar, diese und andere haben sich die Sorben aus dem Deutschen „geliehen“. Aber andersherum ging es auch. Nur ahnt der Sprecher es meist nicht. Quark, Peitsche, Plinsen und Gurke stammen aus dem Westslawischen. In vielen deutschen Mundarten finden sich noch mehr sorbische Spuren. An einem heißen Sommertag möchte man gern kuppein gehen (kupaś ,baden‘). In manchen Jahren wachsen die Kuraschken oder Kuhrätel besonders gut (kurjaško beziehungsweise kurjetko ,Pfifferling‘). Und wer hat sich bei einer Fete wohl noch nie die Plautze so richtig voll geschlagen (płuca ,die Lunge‘, im Deutschen geht’s dagegen in den ,Bauch‘) oder festgestellt, dass es irgendwo stinkt wie Huppatz (hupac ,Wiedehopf‘)? Ganz abgesehen von den tollen Ausdrücken, die Erwin Strittmatters (1912–1994) Roman „Der Laden“ bietet. Er schreibt zum Beispiel, dass jemand drimmait (drěmaś ,schlummern‘) oder wie die Antenne im Wind hympait (hympaś ,schaukeln‘). Schließlich sprach des Dichters Anderthalbmeter - Großmutter Ponaschemu, die „Unter-uns-Sprache“, wie sie Strittmatter augenzwinkernd benannt hat.

Zusatzinformation

ISBN 978-3-7420-1985-1
rěc artikela nimski
bibliografiske daty 2011
108 S., Farbfotografien, Broschur m. Klappen
tema Ɫužyca